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Alle Beiträge der Kategorie: Aus dem Leben

Happy Epic-Pi-Day!

In amerikanischer Notation ist heute March, 14th, also 3-14, was der Zahl Pi mit ihren ersten zwei Nachkommastellen entspricht. Deshalb wird heute der Pi-Day gefeiert. Und weil die zweistellige Jahreszahl heute auch noch zwei weitere korrekte Nachkommastellen bildet (3-14-15), ist heute sogar Epic-Pi-Day! Was sollte man als Mathelehrer, der heute keine Schüler damit nerven kann, also anderes tun, als einen leckeren Pie zu backen. Ich habe mich für den Boston Cream Pie entschieden, weil … Schokolade.

I am Pi - Das Endergebnis

Dass die Schokolade am Ende nur an den Rändern herunterlaufen soll, finde ich im Nachhinein nicht so gelungen. Der Pie wirkt dadurch irgendwie halb fertig. Am Ende kommt es aber ja auf den Geschmack an und der muss noch getestet werden.I am Pi - Die Zubereitung

Strom kommt aus der Steckdose und Wissen aus Google

Gestern hatte ich ein eher spezielles Computerproblem. Ich habe also Google befragt, ob vielleicht schon mal jemand ein ähnliches Problem hatte. Der erste vielversprechende Treffer führte in ein Diskussionsforum einer Computerzeitschrift, in dem exakt mein Problem von einem Benutzer geschildert wurde. Es gab eine einzige Antwort auf die Problemanfrage, die einen Link enthielt, unter dem man mehr erfahren könne. Der Link führte zu einer Website, die lediglich ausführlich erklärte, wie man Google richtig einsetze, um nach Problemlösungen zu suchen anstatt arme Mitmenschen mit solchen Fragen zu belästigen. Leute, die auf solche Seiten verlinken, haben echt das Internet verstanden. Gibt es dafür schon irgendeinen Preis?

Frug und Trug …

Wenn ich das Verb „fragen“ in die Vergangenheit schicke, dann wird bei mir daraus ganz selbstverständlich „frug“. Da man in der Alltagssprache nur noch selten zum Präteritum greift, war es erst vor einer kurzen Weile, da sich ein Kollege über diese seltsame Form amüsierte. Die vorgeschlagene Alternative „fragte“ klang dagegen für mich fürchterlich falsch. Nun bin ich dazu gekommen, der ganzen Sache mal etwas näher auf den Grund zu gehen und bin dabei auf einen spannende sprachliche Entwicklung voller Irrtümer gestoßen, welche das ganze hier überhaupt erwähnenswert macht.

Wenn man im Wörterbuch nachschlägt (z.B. im Duden, bei DWDS, bei Canoo oder im deutschen Wiktionary), dann ist man sich dort einig, dass die heute allgemein akzeptierte Vergangenheitsform tatsächlich „fragte“ lautet. Wenn überhaupt „frug“ erwähnt wird, dann mit dem Hinweis „landschaftlich“, also eine regionale Sprechweise darstellt. Alle Wörterbücher drücken sich jedoch darum, das in irgendeiner Weise zu konkretisieren. Eine Internetsuche fördert eine ganze Reihe laienhafter Erklärungen zu Tage (z.B. bei gutefrage, wer-weiss-was oder Yahoo! Clever), die im Kern aber auf das gleiche hinauslaufen (und manchmal ganz offensichtlich Anleihe bei Thomas Steinfelds „Der Sprachverführer“ nehmen). Ursprünglich sei „fragen“ mal ein starkes Verb gewesen. Also eines, bei dem eine Lautverschiebung im Stammvokal beim Konjungieren auftritt. So wie bei „fahren“ > „fuhr“, „graben“ > „grub“, „tragen“ > „trug“ oder „backen“ > „buk“. Da der Deutsche aber starke Verben blöd findet, macht er einfach mit der Zeit schwache draus, weil die so schön modern sind. Tatsächlich sagt man heute wohl eher „backte“ als „buk“. Und so wurde irgendwann analog aus „frug“ „fragte“.

Bevor man jetzt in Tränen ausbricht, ob der armen, aussterbenen, starken Verben, die niemand mehr lieb hat, sei gesagt: dass „fragen“ irgendwann einmal ein starkes Verb war, ist eine Mär. Das merkt man, wenn man mal andere Formen gemäß der 6. Ablautreihe, in die die obigen Verben fallen, bildet: „fahren“, „er fährt“, „er fuhr“, „er hat gefahren“, ebenso „graben“, „er gräbt“, „er grub“, „er hat gegraben“, genau wie „tragen“, „er trägt“, „er trug“, „er hat getragen“ und jetzt alle: „fragen“, „er frägt“, „er frug“, „er hat gefragen“. Autsch! Das Verb „fragen“ kommt tatsächlich vom althochdeutschen „frāgēn“, hat damals noch ein lang gesprochenes A und war damit noch nie ein Kandidat für eine starke Beugung. Tja, das wars mit der netten Theorie.

Der Linguist Dr. Bopp und der Duden-Newsletter verorten die Herkunft der Sonderform „frug“ dagegen im Niederdeutschen, von wo aus sie auch in das Hochdeutsche floß, dort im 19. Jahrhundert einen kurzen Hype erlebte und dann wieder verschwand. Daniel Scholten von Belles Lettres ist dieser Spur in einem sehenswerten Video-Tutorial mal etwas genauer nachgegangen und hat im Altniederdeutschen eine alternative Wortbildung mit der Bedeutung „fragen“ gefunden, die stark konjugiert wurde. Dummerweise verschwand diese bereits nach kurzer Zeit wieder und spätestens im Mittelniederdeutschen sind keine Spuren mehr davon zu finden. Unwahrscheinlich also, dass das ein halbes Jahrtausend später urplötzlich im Hochdeutschen wiederentdeckt wurde. Scholten fand allerdings diverse Wörterbücher des Neuniederdeutschen, in denen nun eine starke Begung als Alternative zur schwachen aufgezeigt wird. Im Dunkeln bleibt jedoch, wieso diese Alternative dort spontan auftauchte. Nach Scholtens Theorie entstand die Sonderform in Wahrheit vereinzelt im hochdeutschen Sprachraum im Bereich von Thüringen und Sachsen. Als das Hochdeutsche immer mehr an Einfluss gewann, fand die falsche Form im niederdeutschen Sprachraum in den ungeübten Sprechern einen dankbaren Nährboden. Die kurzzeitige Übernahme ins Hochdeutsche ist dann sozusagen als Reimport zu verstehen.

Die genaue Herkunft bleibt letztlich doch etwas nebulös. Klar ist nur, dass es sich eben nicht um eine ursprüngliche Form des Verbs handelt, sondern eher mal ein neumodischer Trend war. Und wieso ich so selbstverständlich „frug“ benutze, während es kaum ein Mensch um mich herum gebraucht? Keine Ahnung, vermutlich zu viel 19.-Jahrhundert-Literatur in der Schule.

Leibniz …

Das Schuljahr geht dem Ende zu und ich hatte meinem Vertiefungskurs in Klasse 10 den sagenumwobenen Riesenkeks versprochen, den ich seinerzeit aus einer Rezeptidee von iSightseeing [Link entfernt, da das iSightseeing-Projekt eingestellt wurde] buk. Für alle, die ihren eigenen Riesenkeks backen möchten, folgt hier das bebilderte Rezept …

Zunächst kommen 200 g weiche Butter oder Margarine, 300 g Zucker und ein Päckchen Vanille- oder Vanillinzucker in eine Rührschüssel. Das ganze wird dann mit dem Handrührgerät schön schaumig geschlagen. Anschließend kommen noch 2 Eier hinzu und die Masse wird noch einmal gut durchgerührt.

Weiter geht’s mit 200 g Mehl, einem halben Päckchen Backpulver und einer Prise Salz. Und nochmals konmt das Handrührgerät zur Hilfe.

Jetzt kommen 300 g Zartbitterschokolade hinzu. Man kann entweder fertige Chips kaufen oder einfach normale Schokolade zerhacken. Die Schokoladenstückchen sollten nicht zu klein werden, damit sie nicht in der Keksmasse untergehen. Außerdem kommen noch 150 g Haferflocken zur Masse. Die neuen Zutaten dürfen nun natürlich nur noch per Hand untergerührt werden.

Nun wird die recht klebrige Masse auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech verteilt. Man muss übrigens nicht allzu viel Anstrengungen darauf verwenden, die Masse platt zu drücken. Sobald der Keks im Ofen ist, zerläuft er sowieso zu einem flachen, runden Keks. Also ab in den Ofen damit und bei 180 °C schön gelb-braun backen. Lecker …