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Alle Beiträge der Kategorie: Aus dem Leben

Liebster Award (Teil 2)

Und hier kommen nun, wie (vor langer Zeit) versprochen, die Antworten auf die Fragen von Daniela. Zu neuen Fragen komme ich mangels Zeit und Kreativität auf absehebare Zeit wohl nicht. Das Internet wird’s überleben.

Ausschnitt eines Fotos von Brad Kozlek, CC-BY 2.0

Ausschnitt eines Fotos von Brad Kozlek, CC-BY 2.0

1. Warum bloggst du?
Weil ich’s kann.

2. Was motiviert dich neue Posts zu schreiben?
Manchmal stolpere ich über interessante oder witzige Dinge. Manchmal habe ich einen Gedanken, der es wert ist, aufgeschrieben zu werden. Manchmal will ich einfach etwas ausprobieren.

3. Würdest du deinen eigentlichen Job kündigen, wenn du vom Bloggen leben könntest?
Nö. Wäre mir vermutlich zu eintönig.

4. Bist du rundum zufrieden mit deinem Blog oder würdest du gerne was ändern?
Das ist wie mit der Modelleisenbahn. Fertig wird man doch irgendwie nie. Man findet immer etwas, das man noch ein bisschen verbessern könnte.

5. Was wäre dein Traum-Thema über das du mal gerne bloggen würdest?
Habe ich ja quasi schon im letzten Teil (Frage 7) beantwortet.

6. Welcher deiner Posts ist dir der liebste?
Das kann man so pauschal gar nicht sagen. Manche liebe ich, weil sie einen interessanten Humor inne haben, wie Fruitless für ein Hochzeitsvideo zu verwenden, manche, weil sie viel diskutiert werden, wie der Dyatlov-Pass-Vorfall, manche, weil sie einfach nur skuril sind, wie das mit den Karotten, manche, weil sie legendär geworden sind, wie der mit dem Keks.

7. Wenn du ein Buntstift wärst, welche Farbe wärst du?
blau-violett
blauviolett

8. Kuchen oder Kekse?
Das ist mir egal. Hauptsache es ist Schokolade drin oder drüber.

9. Welches ist dein Lieblingsblog, neben deinem eigenen?
Kann ich nicht sagen. Alle Blogs, die ich in der Seitenleiste verlinkt habe, haben auf ihre Weise etwas besonderes.

10. Cola oder Cocktails?
Ist Long Island Iced Tea ein Kompromiss?

11. Wo würdest du am liebsten mal ein Jahr lang leben?
Darüber denke ich dann mal nach, wenn ich in Pension bin.

Hallo Hamburg (Teil 6: Keine Polonäse in Blankenese)

Am Sonntagvormittag habe ich dann meinen Ausflug nach Blankenese nachgeholt, den ich am Vortag nicht mehr unterbringen konnte. Blankenese ist ein Stadtteil im Westen Hamburgs, wird vorwiegend von Senioren bewohnt und liegt an einem Hang, der kreative Zugänge zu den Häusern erforderte. Die meisten Gassen sind nicht mit dem Auto befahrbar, sondern muss man zu Fuß über unzählige Treppen erklimmen, weshalb dieser Teil von Blankenese passenderweise als Treppenviertel bezeichnet wird.

Blick auf das Treppenviertel von Blankenese

Blick auf das Treppenviertel von Blankenese

Eigentlich war mir Blankenese als touristischer Hotspot verkauft worden, aber jetzt um 11 Uhr war der Ort nahezu ausgestorben. Wenn man von den Personen absieht, die mit mir im Bus den Bahnhof erreichten und sich alsbald in alle Himmelsrichtungen verteilten, war die erste Bewohnerin, die mir zehn Minuten später im Treppenviertel über den Weg lief, eine Katze, die sich gerade aufwärts mühte. Ich grüßte recht freundlich. Die übrigen Bewohner hatten sich entweder noch nicht aus dem Haus getraut oder saßen in einer der unzähligen Bäckerstuben über einer Tasse Kaffee.

Am Strand von Blankenese

Am Strand von Blankenese

Erst als ich unten am Strand angekommen war, stolperte man vereinzelt über Touristen, die sehnsüchtig vor den Cafés und Restaurants auf deren Öffnung warteten. Ein dem Akzent nach sächsisches Dreiergespann in den 60ern konnte schließlich einen staubsaugenden Wirt überzeugen, ihnen doch schon ein Heißgetränk zu servieren, obwohl das Café noch geschlossen hatte.

Ein schwimmendes Café am Strand von Blankenese

Ein schwimmendes Café am Strand von Blankenese

Ich folgte vom Strand aus den Hinweisschildern hinauf zum Süllberg, vom dem einem ein toller Ausblick versprochen wurde. Nach unzähligen Stufen und Steigungen oben angekommen, musste ich jedoch feststellen, dass die gesamte Aussichtskuppe im Besitz eines Ausflugslokals war, das einem jeglichen Blick versperrte. Also bin ich einen guten Kilometer weiter nach Westen gelaufen, wo sich laut Karte noch ein zweiter Aussichtspunkt befinden sollte. Die Aussicht war, wie auf dem Foto zu erkennen, durch die vielen hohen Bäume leider auch nicht wirklich atemberaubend.

Ausblick von einem Hügel neben dem Süllberg

Ausblick von einem Hügel neben dem Süllberg

Auf dem Rückweg wollte ich den Bus zurück zum Bahnhof nehmen, musste allerdings feststellen, dass die Linie 48 als Schnellbus nicht vom meinem Tagesticket abgedeckt war. Der Begriff Schnellbus ist hier übrigens ironisch zu verstehen, da der Kleinbus an jeder dritten Haustür hält und nur einen kleinen Ring in Blankenese befährt. Eigentlich scheint es nur darum zu gehen, den eher älteren Touristen, die die Treppen allenfalls abwärts meistern, die Brieftasche etwas zu erleichtern. Also bin ich gelaufen.

Fazit: Blankenese ist ein charmanter Ortsteil, der im Sommer mit einem Sandstrand lockt, aber ansonsten eigentlich nichts zu bieten hat außer Cafés und Restaurants.

Hallo Hamburg (Teil 5: Aushilfe gesucht)

Die Stadtrundführung endete schließlich in der Speicherstadt. Von dort aus habe ich dann einen Abstecher in die Hafencity gemacht, wie uns die Stadtführerin zum Ende hin empfahl. Auf halbem Wege dorthin hat sich mir allerdings hinterlistig ein Crêpestand in den Weg geworfen. Dem hab’ ich’s aber gezeigt und einfach einen Crêpe weggefuttert. Ha!

Die Hafencity ist ein altes, seit längerem ungenutztes Hafengebiet, welches sich allmählich in ein innenstadtnahes Gewerbeviertel verwandelt. Im Gegensatz zur Speicherstadt gab es hier keine erhaltenswerten Gebäude, sodass alles neu aus dem Boden gestampft wurde und noch eine ganze Zeit wird. Derzeit wirkt das alles noch sehr surreal. Luxusgebäude grenzen an Baugruben, die wiederum an brach liegende Flächen grenzen. Irgendwo dazwischen ein improvisierter Parkplatz und eine U-Bahn-Station im Nirgendwo.

Blick auf einen bereits fertiggestellten Teil der Hafencity (mal abgesehen von dem Gebäude ganz hinten)

Blick auf einen bereits fertiggestellten Teil der Hafencity (mal abgesehen von dem Gebäude ganz hinten)

Danach habe ich mich auf den Weg zurück zur Innenstadt gemacht, um eine warme Mahlzeit zu bekommen, da mich mein Hotel nur mit Frühstück versorgte. Es entwickelte sich im Laufe der Reise immer mehr zu einem Running Gag, dass nahezu jedes Lokal, was ich auf der Stadtkarte oder im Internet fand, mich vor Ort mit einem Hinweisschild empfing, welches mir erklärte, warum man gerade heute geschlossen habe:

  • nur von Montag bis Freitag geöffnet
  • nur von Montag bis Samstag geöffnet (natürlich als Sonntag war)
  • wegen eines Trauerfalls in der Familie geschlossen
  • wegen Betriebsferien geschlossen
  • wegen Personalmangels geschlossen (darunter: Aushilfe drigend gesucht)

Am Samstagabend bin ich dann nach langen Irrwegen im Edelcurry gelandet, einem Restaurant, das vom Pseudo-Wissensmagazin Galileo für die beste Currywurst Deutschlands ausgezeichnet wurde. Was ich bestätigen kann: die verwendete Bratwurst war wirklich die leckerste, die ich in meinem Leben gegessen habe, und auch die Pommes waren ausgezeichnet, obschon ich da bereits Vergleichbares verputzt habe. Die Currysoße fand ich dagegen nur mittelmäßig. Sie war herrlich fruchtig und in der scharfen Variante auch angenehm scharf, aber es fehlte mir einfach die geschmacklich abrundene Würze. Preislich liegt das Edelcurry natürlich über der Pommesbude von nebenan, aber für die Qualität meines Erachtens völlig im Rahmen. Noch ein Tipp, für alle die auch mal in Hamburg sind und das Edelcurry ausprobieren wollen: sonntags geschlossen. 😉