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Alle Beiträge der Kategorie: Aus dem Leben

Hallo Hamburg (Teil 3: Pflanzen des Todes)

Es war schon in der Nacht, als ich bei der Freundin aufbrach und mich auf den Rückweg zum Hotel begab. Dabei war ich überrascht wie menschenleer die Innenstadt Hamburgs abseits der Vergnügensviertel selbst am Wochenende ist. Eine Stadt, die niemals schläft, kann sich Hamburg wahrlich nicht nennen. So wurde der Rückweg doch ein wenig unheimlich; vor allem weil ich die letzte Fähre des Tages erwischen musste und man in Hamburg wenig von informativen Schildern hält. So irrte ich von Landungsbrücke zu Landungsbrücke, denn die Schlussfolgerung, dass die Fähre wohl da abgehen wird, wo man am Tage angekommen war, erwies sich als zu einfach gedacht. Sie hielt natürlich an Landungsbrücke 3, bei der man aber vergessen hatte, sie auch als solche auszuschildern.

Blick auf die Landungsbrücken von St. Pauli bei Nacht

Blick auf die Landungsbrücken von St. Pauli bei Nacht

Am nächsten Morgen bin ich nach einem kleinen Elbhüpfer und einem netten Spaziergang im botanischen Garten in Klein Flottbek gelandet. Eigentlich sollte es nur ein kurzer Abstecher auf dem Weg nach Blankenese werden, aber letztlich bin ich etwa vier Stunden da herumgelaufen. Obwohl die Blütenpracht im Herbst erwartungsgemäß mau ausfiel, gab es da ungeheuer viel zu entdecken. Der Nutzpflanzengarten mit vielfältigen Informationen zum Getreideanbau und zur Zucht mit Sorten, von denen ich noch nie etwas gehört habe, das Alpinum mit verschlungenen „Gebirgspfaden“ und plätschernden Bächlein, der Bambusgarten, und, und, und … Besonders interessant fand ich übrigens das hier:

Diese Pflanzen tun nur so harmlos …

Diese Pflanzen tun nur so harmlos …

Was hier wie ein bisschen harmloses Gestrüpp daherkommt, ist in Wirklichkeit der Giftpflanzengarten. Alles was dort herumsteht ist giftig bis hochgiftig und die regelmäßigen Hinweisschilder auf die Rufnummer vom Giftnotruf nicht grundlos aufgestellt. Die Aufnahme von Pflanzenbestandteilen des unten abgebildeten Sadebaums führen beispielsweise zu Übelkeit, Herzrhythmusstörungen, Leberschäden, Krämpfen, Nierenschäden und -blutungen. Bereits bei einer Einnahme von 5 g der Zweigspitzen oder 6 Tropfen des Öls verstirbt man ohne medizinische Hilfe innerhalb von einem halben bis wenigen Tagen an zentraler Lähmung.

Der Sadebaum — schon in geringen Mengen tödlich

Der Sadebaum — schon in geringen Mengen tödlich

Etwas irritierend fand ich die Tatsache, dass im botanischen Garten auch Kinder spielten und der Giftpflanzengarten in keinster Weise abgezäunt war. Für alle genervten Eltern hätte ich da also einen Geheimtipp. 😀

Hallo Hamburg (Teil 2: Der Endpunkt des Kreises)

Mein Hotel in Hamburg lag etwas abseits in der Nähe von Finkenwerder und so musste ich von Altona aus noch eine ganze Weile mit dem Bus rausfahren. Unser Busfahrer hatte zwischendurch beinahe eine Haltestelle übersehen, konnte aber durch eine spontane Vollbremsung die Situation retten. Nachdem sich alle Fahrgäste wieder gerade hingesetzt und ich meinen 2 Meter durch die Luft geflogenen Koffer wieder zurückgeholt hatte, konnte die Fahrt durch die Hafengebiete und Vororte von Hamburg weitergehen.

Ausblick auf die Elbe; fast wie der Rhein, nur größere Schiffe

Ausblick auf die Elbe; fast wie der Rhein, nur größere Schiffe

Im Hotel nur schnell eingerichtet, einen kurzen Moment die schöne Aussicht auf die Elbe genossen, dann Rucksack geschnappt und ab zum Fähranleger; schließlich will jede Minute genutzt sein. Die Fähre erwies sich langfristig als beste Möglichkeit um in die Innenstadt und wieder zurück zu kommen. Die Schiffe waren recht zügig unterwegs, hatten wenige Zwischenstopps und fuhren auch am Wochende im 30-Minuten-Takt. Hier in Duisburg freut man sich ja schon, wenn eine Buslinie unter der Woche so häufig verkehrt. Beim Anlegen der Fähre musste man immer etwas zurückgehen, da die Schiffe immer parallel und recht flott an den Anleger fuhren, sodass sie eine Welle vor sich herschoben, die dann auf den Ponton hochschwappte. Man erkannte so immer, wer zum ersten Mal mit der Fähre fuhr.

An den Landungsbrücken von St. Pauli angekommen, hatte ich noch etwas Zeit, bevor ich mich am späten Nachmittag mit einer Freundin getroffen habe, die seit einigen Jahren in Hamburg wohnt. Um Hamburg erst einmal kennenzulernen, habe ich mich für die Audiotour mit der Ringlinie U3 entschieden. Die Audiotour hat man vor einigen Jahren mal vom Hamburger Verkehrsverbund erstellt, und man kann sie sich kostenlos herunterladen. Man steigt einfach in die U3 ein, die größtenteils als Hochbahn durch Hamburg verläuft, und wählt an jeder Station den nächsten Track an. Leider ist das vielfach nicht so sonderlich eindrucksvoll. Entweder man ist im Tunnel und man bekommt erzählt, was denn jetzt über einem zu sehen wäre, oder man sieht die betreffenden Gebäude nur von der wenig schönen Rückfront, oder das Sichtfeld wird von Bäumen oder Baugerüsten versperrt.

Als ich die Hälfte der Runde bereits hinter mir hatte, hieß es dann unerwartet: „Endstation. Bitte alle aussteigen.“ Moment mal. Eine Endstation auf einer Ringlinie? Wie ich erfahren musste, gibt es noch einen ganz kleinen Streckenast im Nordosten, in den die U3 hin und wieder abbiegt. Und ich hatte natürlich genau solch eine Bahn erwischt.

Hallo Hamburg (Teil 1: Tanze Samba mit mir)

Wenn ich eine Reise plane, dann sieht das zumeist wie folgt aus. Etwa ein halbes Jahr vorher kommt mir der Gedanke: „Du könntest ja in den Ferien mal wieder verreisen.“ Vielleicht habe ich sogar eine ungefähre Vorstellung, wo es hingehen könnte. Dann passiert erst einmal gar nichts mehr. Man hat ja noch andere, wichtigere Dinge zu erledigen und bis zu den Ferien ist es ja auch noch lange hin. In Richtung Ferien wird es dann auf der Arbeit immer hektischer, und so habe ich am Ferienanfang mich immer noch um nichts gekümmert.

So war es auch diesmal nicht anders. Erst zum Ferienbeginn angefangen, Angebote zu studieren. Sonntag gebucht. Dienstag wurde die Buchung bestätigt. Am gleichen Tag noch die Zugtickets gekauft. Reiseunterlagen kamen am Donnerstag. Freitagmorgen ging es los nach Hamburg. Man muss den Begriff „Last Minute“ auch mal wörtlich nehmen.

Mehrfach wurde ich gefragt: „Warum denn ausgerechnet Hamburg?“ Da ich in den Herbstferien noch einige andere Dinge zu erledigen hatte, wollte ich nur für ein verlängertes Wochenende wegfahren; da bieten sich Städtereisen in nicht allzu entfernte Orte an. In Berlin war ich nun schon zweimal, in München hatte ich aktuell Angst vor den Massen an Realitätsflüchtlingen und Hamburg habe ich noch überhaupt nicht gesehen, obwohl mir das schon mehrfach empfohlen wurde.

Blick auf die Innenstadt Hamburgs vom Elbufer in Steinwerder.

Blick auf die Innenstadt Hamburgs vom Elbufer in Steinwerder.

Da die Sparangebote der Deutschen Bahn für die Hinfahrt bereits erschöpft waren, habe ich mal den Hamburg-Köln-Express, kurz HKX, ausprobiert. Der HKX ist immer eine Ecke günstiger als die DB, dafür bekommt man Abteilwagen mit 60er-Jahre-Charme, knarzender Verkleidung und dicker Staubschicht von außen. Die Sitze waren wahnsinnig bequem, aber die Beinfreiheit ist durch die enge Vis-a-vis-Anordnung eingeschränkt. Die Reservierung des Sitzplatzes ist im Gegensatz zur Bahn gratis, dafür nimmt man beim HKX nicht unwesentliche Zusatzgebühren für sicherere Zahlungsmöglichkeiten.

Der Zug war, wie an einem Freitag zu erwarten, gut ausgebucht, und die Reisenden aus Münster und Osnabrück ohne Reservierung mussten mit den Stehplätzen auf dem Gang vorlieb nehmen. Leider trafen bei uns im Wagen eine Gruppe junger Frauen mit einer Gruppe Männern mittleren Alters zusammen, die alle schon ganz ordentlich vorgeglüht hatten und deren erklärtes Ziel es war, den Zug laut eigener Ansage in einen Sambaexpress zu verwandeln. Von Osnabrück bis Hamburg dröhnte der Ghettoblaster aus vollem Rohr und eine Bierdose nach der nächsten wurde durchgereicht. Yeah!

Liebster Award (Teil 1)

Hurra, ich wurde für einen Preis nominiert. Eigentlich sogar schon zum zweiten Mal. Doch meine Siegchancen haben sich dadurch wohl nicht erhöht, denn einen zugehörigen Preis gibt es gar nicht. Bei näherer Betrachtung ist der „Liebster Award“ nur ein Stöckchen kombiniert mit der penetraten Art eines Kettenbriefs.

Für alle jüngeren Leser: ein Stöckchen ist ein Fragenkatalog, dessen Fragen meist zwischen persönlich bis kurios liegen. Nach der Beantwortung der Fragen kann man das Stöckchen an einen anderen Blogger weitergeben, mit der Bitte die Fragen ebenfalls zu beantworten, oder liegen lassen, damit es jeder Interessierte aufgreifen kann. So erfährt man ein bisschen mehr über den Menschen hinter dem Blog.

Beim „Liebster Award“ muss man (jedenfalls den Originalbedingungen zufolge) das Stöckchen allerdings direkt an 11 andere Blogger weitergeben. Jeder der in der Schule schon einmal etwas über Exponentialfunktionen gehört hat, weiß, dass eine Vervielfachung zwar recht harmlos beginnt, aber nach wenigen Schritten astronomische Ausmaße annimmt. Würde sich jeder an die Bedingung halten, würden bei geschätzt einer Viertel Millarde Blogs weltweit bereits nach 8 Runden sämtliche Blogs dieser Welt nominiert worden sein. Und so liefert eine Google-Suche vor allem Beiträge von genervten Bloggern zu Tage, die ständig für den Award nomiert werden.

Natürlich kommt der „Liebster Award“ auch kettenbrief-like mit himmlichen Versprechungen und höllischen Drohungen daher. Er sei ins Leben gerufen worden, damit kleine Blogs bekannter würden, und wer sich an die Bedingungen hält, der bekäme bald ganz viele neue Leser. Wie das funktionieren soll, weiß aber wohl nur der „Liebster Award“ selbst. Und wer sich nicht an die Bedingungen hält, der kann seinen Blog direkt ganz dicht machen, denn dann bleiben die Besucher aus. Ne, is klar.

Ich habe mich also dafür entschieden, den „Liebster Award“ wie ein normales Stöckchen zu behandeln. Ich will in Teil 1 die Fragen von Kathrin beantworten und in Teil 2 die Fragen von Daniela. In Teil 2 kommen dann auch meine neuen Fragen hinzu und jeder ist eingeladen sich das Stöckchen zu nehmen. Wenn ihr das in den Kommentaren erwähnt, verlinke ich auch gerne direkt aus dem Beitrag zu euch.

1. Wie bist Du zum bloggen gekommen?
Vor etwa 10 Jahren erlebten Blogs einen Hype und viele meiner damaligen Bekannten hatten einen. Also habe ich auch einen aufgesetzt und mit dem Bloggen begonnen. Ein wirklich durchgehendes Konzept hat sich dabei nie herauskristallisiert und es gab immer wieder längere Pausen, in denen ich nichts gebloggt habe. Aber im Gegensatz zu vielen anderen damaligen Bloggern, blogge ich noch heute.

2. Was ist das schrecklichste Geschenk, dass Du je bekommen hast und warum?
Eine Stehlampe. Man schenkt einem kleinen Jungen cooles Spielzeug, aber keine Stehlampe für sein Kinderzimmer.

3. Was ist Deine liebste Serie, die Du als Kind gesehen hast?
Mila Superstar

4. Wohin würdest Du gerne verreisen?
Island, Schottland, Neuseeland, Dänemark, Kanalinseln, Finnland, Wales, Norwegen, Azoren, … (kann mal einer „Stopp“ rufen?)

5. Siehst Du das Glas eher halbleer oder halbvoll?
Ich fange da gar nicht erst mit philosophischen Ausführungen an, sondern sehe es ganz pragmatisch: wenn ich ein Glas austrinke, ist es zwischendurch halbleer, fülle ich es auf, fülle ich es ggf. nur halbvoll.

6. Dein beliebtester Blogpost ist?
Mit weitem Abstand „Der Dyatlov-Pass-Vorfall“. Ein bisschen Mystery geht offenbar immer.

7. Worüber würdest Du wirklich gerne mal bloggen?
Wenn ich etwas habe, über das ich gerne mal bloggen würde, dann blogge ich darüber. Von daher ergibt die Frage für mich im Konjuktiv keinen Sinn.

8. Steht Dein Beruf im Zusammenhang mit deinem Blog?
Alles was mit Schule, Mathematik und Informatik getaggt ist, ja, das andere nicht. Ganz einfach.

9. Was würdest du niemals bloggen?
Die PIN meiner EC-Karte.

10. Lieber Gemüse oder Fleisch?
Gemüse … und Schokolade.

11. Was wünschst Du Dir für die Zukunft?
Den Weltfrieden? Ich finde, bei Wünschen schwingt so eine gewisse Passivität mit. Man wünscht sich etwas und hofft dann einfach, dass es in Erfüllung geht, während man selbst gemütlich eine Tasse Tee schlürft. Ich schaue lieber, was ich selbst aktiv verwirklichen kann. Und da plane ich meist nicht so wahnsinnig weit in die Zukunft.

Happy Epic-Pi-Day!

In amerikanischer Notation ist heute March, 14th, also 3-14, was der Zahl Pi mit ihren ersten zwei Nachkommastellen entspricht. Deshalb wird heute der Pi-Day gefeiert. Und weil die zweistellige Jahreszahl heute auch noch zwei weitere korrekte Nachkommastellen bildet (3-14-15), ist heute sogar Epic-Pi-Day! Was sollte man als Mathelehrer, der heute keine Schüler damit nerven kann, also anderes tun, als einen leckeren Pie zu backen. Ich habe mich für den Boston Cream Pie entschieden, weil … Schokolade.

I am Pi - Das Endergebnis

Dass die Schokolade am Ende nur an den Rändern herunterlaufen soll, finde ich im Nachhinein nicht so gelungen. Der Pie wirkt dadurch irgendwie halb fertig. Am Ende kommt es aber ja auf den Geschmack an und der muss noch getestet werden.I am Pi - Die Zubereitung