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Kryptorätsel: Der Paul-Rubin-Fall

Gegen 9:15 Uhr am Morgen des 20. Januars 1953 fand ein US-Soldat auf dem Weg zu seinem Flug die Leiche eines jungen Mannes in einem Straßengraben nahe dem Verwaltungsgebäude am Philadelphia International Airport. Die hinzugezogene Polizei konnte bei der Leiche keinen Ausweis oder andere Objekte finden, die eine Identifikation zugelassen hätten. Sie schätzte den weißen Mann auf 22 bis 25 Jahre. Er trug normale Alltagskleidung und eine auffällige Brille mit besonders dicken Gläsern, die sorgfältig aufgesetzt war.

Er hatte eine braune Brieftasche aus Leder bei sich, in der sich zwei Fotos befanden. Eines zeigte mehrere unbekannte Menschen, die um ein Flugzeug mit Nazi-Insignien standen. Auf der Rückseite war handschriftlich „France Field, Panama“ notiert. Das zweite Foto zeigte die Statue „Der Denker“ vom Bildhauer Augste Rodin. Weiterhin fand die Polizei die Patronenhülse eines abgefeuerten 9-mm-Geschosses und etwa 1,5 m von der Leiche entfernt ein knapp 15 cm langes Plastikrohr, welches mit zwei Aluminiumkappen an beiden Enden verschlossen war und durch das ein Draht verlief.

Bei der weiteren Untersuchung der Leiche fand man keine Anzeichen für eine äußere Gewalteinwirkung. Stattdessen fand man einen gefalteten Notizzettel, der mit zwei kurzen Klebestreifen auf dem Bauch der Leiche befestigt war. Er war mit Buchstaben-, Ziffern- und Symbolkombinationen beschriftet, sodass die Polizei annahm, dass es sich um eine verschlüsselte Nachricht handelte. Bei genauerer Betrachtung konnte man im Klartext die Wörter Dulles und Conant lesen, von denen man annahm, dass damit der erst kürzlich zum Außenminister der Vereinigten Staaten ernannte John Foster Dulles und der ebenso erst kürzlich als Hoher Kommissar in West-Deutschland eingesetzte James Bryant Conant gemeint sein könnten. Man übergab den Fall daher parallel auch an das FBI, da man eine politisch motivierte Tat oder eine direkte Bedrohungslage für die genannten Personen nicht ausschließen konnte. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges nahm das FBI die Sache sehr ernst, da der Notizzettel Anschlagspläne gegen Repräsentanten der USA enthalten könnte.

Reproduktion des Notizzettels, der an der Leiche gefunden wurde – Abbildung des Originals bei Cypher Mysteries

Die noch am selben Tag durchgeführte Autopsie ergab, dass der junge Mann durch eine Vergiftung mit einer großen Menge an Kaliumcyanid starb.

Erste Hinweise

Am nächsten Tag meldete sich ein Mitarbeiter der Valley-Forge-Mautstelle (Kartenmarker, 5 km südwestlich von Norristown und 25 km nordwestlich von Philadelphia) bei der Polizei, nachdem er in der Lokalpresse von dem Leichenfund am Philadelphia International Airport gelesen hatte. Ihm sei um 6:35 Uhr am Vortag ein blaugrauer 1951er Chevrolet aufgefallen, weil der Fahrer während des Bezahlvorgangs nach dem nächstgelegenen Krankenhaus fragte, da sein Freund vergiftet worden sei. Die Person auf dem Beifahrersitz hätte sich vor Schmerzen gekrümmt und sich den Bauch festgehalten. Der Mitarbeiter der Mautstelle meinte, der Beifahrer würde auf die Beschreibung des Toten passen, war sich aber nicht ganz sicher. Er empfahl den beiden das Sacred Heart Hospital in Norristown (Kartenmarker). Eine Abfrage bei allen Krankenhäusern in der Umgebung erbrachte jedoch das Ergebnis, dass keine Person an diesem Tag mit einer entsprechenden Vergiftung eines der Krankenhäuser aufsuchte.

Ebenfalls noch am 21. Januar meldete sich eine gewisse Bessie Rubin aus Brooklyn, New York, bei der Polizei, da sie ihren Sohn seit zwei Tagen nicht mehr gesehen hatte und die Beschreibung auf ihn zutreffen würde. Sie fuhr noch am selben Tag nach Philadelphia und identifizierte die Leiche als die ihres 18-jährigen Sohnes Paul Emanuel Rubin, was durch Pauls Onkel Max Gerstman nochmals bestätigt wurde.

Paul Emanuel Rubin

Paul Emanuel Rubin wurde am 18. Juli 1934 in Brooklyn, New York, geboren. Er lebte bis zu seinem Tod im Haus seiner Eltern und war Student der Chemie an der privaten New York University (NYU). Seine Leistungen waren jedoch schlecht, weshalb ihm seine Mutter nach eigener Aussage bereits angedroht hatte, ihn von der Uni zu nehmen. Nach Aussage des Dekans der NYU wäre das vermutlich seitens der Universität sowieso in Kürze passiert, da er neben seinen schlechten Leistungen auch zahlreiche Fehlzeiten angesammelt hatte. Beginnend mit dem 19. Januar hätte Paul eine Reihe von Prüfungen ablegen müssen, die offenbar seine letzte Chance zur Fortsetzung des Studiums waren. Zur Chemieprüfung am 24. Januar war er aufgrund der vielen Fehlzeiten gar nicht zugelassen worden.

Laut Aussage der Mutter verließ Paul die Wohnung nur selten. Er liebte Science-Fiction-Romane, Flugzeuge und klassische Musik. Er hatte bisher weder eine Freundin noch einen Job gehabt. Außerdem sei er Mitglied in der Brooklyn Astrophysical Society gewesen. Die Mutter konnte später eine Liste der Mitglieder einschließlich deren Adressen der Polizei übergeben. Darunter fanden sich Wissenschaftler, Redakteure und Leiter anderer Vereinigungen. Obwohl die Personen unter den angegebenen Adressen existierten, kannte keine davon Paul Rubin, noch wussten sie etwas von der besagten Vereinigung. Daraus wurde geschlossen, dass die Brooklyn Astrophysical Society nur ein Hirngespinst aus Pauls Fantasie war.

Das letzte Mal hatte die Mutter Paul am Morgen des 19. Januars gesehen, wie er sich Klebestreifen abschnitt, die zu denen passten, mit denen der Notizzettel an seinem Bauch befestigt wurde. Er hatte neben 7 $ Taschengeld noch 10 $ von seinem Vater bekommen, um sich neue Schuhe zu kaufen.

Den Eltern wurde eine Fotokopie des verschlüsselten Notizzettels vorgelegt, doch sie wussten nichts damit anzufangen, meinten aber, dass ihr Sohn noch zahlreiche solcher Notizen zu Hause liegen hätte. Sein bester Freund Benjamin Birnbaum sollte zweifelsfrei in der Lage sein, Hinweise dazu geben zu können. Auch gegenüber der Mordkommission erklärten die Eltern später, ihr Sohn habe regelmäßig solche verschlüsselten Nachrichten mit seinem Freund ausgetauscht. Bei der Befragung von Benjamin Birnbaum durch die New Yorker Polizei gab dieser an, dass Paul hin und wieder von Verschlüsselungstechniken philosophierte, aber sie hätten nie verschlüsselte Nachrichten untereinander ausgetauscht. Auch unter den persönlichen Gegenständen, die die Eltern später an die New Yorker Polizei übergaben, befanden sich keine verschlüsselten Nachrichten.

Pauls seltsame Besuche in Philadelphia

Am 29. Januar fand Pauls Mutter bei sich zu Hause eine Hotelreservierung auf einen ihr unbekannten Galen Templer (angeblich wohnhaft in New Cannan, Connecticut) für ein Zimmer im Benjamin Franklin Hotel in Philadelphia für die Nacht vom 5. auf den 6. April des letzten Jahres. Sie konnte dafür keine Erklärung liefern. Pauls bester Freund, Benjamin Birnbaum, gab an, dass Paul den Namen Galen Templer als Decknamen benutzt hätte, den er von Simon Templer, einem fiktionalen Charakter, übernommen hätte. Eine Abfrage bei dem betreffenden Hotel ergab, dass tatsächlich eine Person unter dem Namen am 5. April um 18:48 Uhr in das Zimmer 764 eingecheckt und erst am 7. April um 11:47 wieder ausgecheckt hatte. Soweit dies die Hotelleitung nachvollziehen konnte, war die Person zu jeder Zeit alleine auf dem Zimmer und hätte weder Telefonate entgegengenommen noch getätigt. Weder Galen Templer noch Paul Rubin waren zu anderen Terminen in den Gästelisten des Hotels zu finden.

Benjamin erklärte weiterhin, er sei mit Paul im Dezember 1952 in Philadelphia gewesen, um gemeinsam das Benjamin Franklin Institute, ein Wissenschaftsmuseum, zu besuchen. Danach nahmen sie ein Dinner im Old Original Bookbinders‘ Restaurant ein. Benjamin meinte, er habe den Eindruck gehabt, dass Paul den Türsteher gekannt hätte. Der Türsteher beschritt dies bei der anschließenden Befragung durch die Polizei jedoch. Aufgrund der außergewöhnlichen Brille könne er sich noch erinnern, Paul im Dezember im Restaurant begrüßt zu haben, davor oder danach hätte er ihn aber nie mehr gesehen.

Anfang Februar fand die Mutter von Paul noch eine Liste mit fünf namenlosen Adressen, die auf ein Briefpapier des Benjamin Franklin Hotels geschrieben waren. Die Polizei konnte alle Adressen Geschäften in Philadelphia zuordnen, vier Sportgeschäften und einem Waffenhändler. Der Händler eines der Sportgeschäfte konnte sich auch an einen Besuch Paul Rubins in seinem Geschäft vor etwa sechs bis acht Monaten erinnern [entspricht Juni bis Juli 1952]. Er sei in Begleitung eines kleineren Jungen gewesen und hätte versucht eine kleine Menge Schießpulver zu erwerben. Ihre Namen hätten sie zu keiner Zeit erwähnt, aber dass sie aus New Jersey wären. In allen anderen Geschäften konnte sich niemand an Paul erinnern.

Abschluss der Ermittlungen

Am 6. Februar stellte das FBI die Ermittlungen in dem Fall ein, da sich eine Gefährdung der nationalen Sicherheit nicht bestätigt hatte. Es wurden keine Beziehungen zwischen Paul Rubin und irgendwelchen feindlichen Organisationen gefunden. Das Plastikrohr entpuppte sich als eine Ionenkammer zum Nachweis von Röntgen-, Gamma- und Störstrahlung, welches aus einem frei erhältlichen Dosimeter der Victoreen Corporation ausgebaut worden war. Die Nachricht auf dem Notizzettel konnte durch das FBI nicht entschlüsselt werden.

Ein Abgleich der Schreibmaschinen von Paul Rubin und Benjamin Birnbaum mit dem Notizzettel konnte die Schreibmaschine von Benjamin eindeutig ausschließen. Pauls Schreibmaschine passte grundsätzlich zum Notizzettel, wies jedoch zu wenige einzigartige Charakteristika auf, um sie eindeutig zuordnen zu können.

Die Polizei schloss kurz danach ebenfalls ihre Ermittlungen ab, da es keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung gab und niemand ein Motiv hatte, Paul zu töten. Man vermutete daher im Umkehrschluss, dass Paul Suizid begangen hatte. Er befand sich demnach in einer schwierigen Lebenslage, fühlte sich von seinem Umfeld missverstanden und hatte als Chemie-Student Zugang zu der für seinen Tod verantwortlichen Chemikalie. Einen Beleg für diese oder jede andere These gibt es allerdings bis heute nicht und viele Umstände seines Todes blieben weiterhin ungeklärt.

Die Entschlüsselung des Notizzettels

Neben dem FBI konnte auch niemand anderes bisher eine plausible Lösung für den Inhalt des Notizzettels präsentieren. Zusätzlich zu den bereits erwähnten potenziellen Namen „Dulles“ und „Conant“, enthält auch die vorvorletzte Zeile hinter den offenbar im Klartext ausgeschriebenen Worten „Want: datum“ die Auflistung von drei weiteren potenziellen Namen. „Tywood“ könnte dabei auf einen fiktionalen Charakter in der von Isaac Asimov im Jahr 1949 veröffentlichen Science-Fiction-Kurzgeschichte „The Red Queen’s Race“ verweisen. Auf der Cypher-Mysteries-Website gab der Kommentierende Thomas zudem den Hinweis, dass mit „Janossey“ der ungarische Physiker Lajos Jánossy und mit „Ketelle“ der am Manhattan-Projekt mitwirkende B. H. Ketelle gemeint sein könnten.

Nick Pelling, Betreiber der Cypher-Mysterys-Website, liefert zumindest für die letzte Zeile eine plausible Erklärung. Während „PER“ schlicht die Initialen von Paul Emanuel Rubin darstellen könnten, fand er den Ausdruck „aliacaui“ in der Science-Fiction-Novelle „The Helping Hand“ von Poul Anderson aus dem Jahre 1950. Das erzählerische Ich erklärt darin, dass es sich um einen Ausdruck der Cundaloanier handeln würde, der keine direkte Entsprechung in der irdischen Sprache hätte. Es sei eine Art Ruhezustand – nicht zu verwechseln mit Schlaf –, in dem man seinen Gedanken freien Lauf lässt, mit dem Ziel einer psychischen Erholung. Dies passt nicht nur zeitlich, sondern deckt sich einerseits mit Pauls Begeisterung für Science-Fiction-Romane, andererseits würde es die Suizidthese stützen, insofern der Notizzettel eine Art Abschiedsbrief und die letzte Zeile eine Abschiedsfloskel bzw. Signatur darstellen könnte.

Was den Rest des Notizzettels angeht, so vermutet Nick Pelling, dass Paul ein Codebuch verwendet und ggf. jede Zeile mit einem anderen Verfahren bzw. Schlüssel verschlüsselt haben könnte, was eine Entschlüsselung aufgrund des jeweils kleinen Zeichenumfangs selbst bei eher einfachen Verfahren nahezu unmöglich machen dürfte. Damit bliebe aber die Frage offen, an wen sich der mögliche Abschiedsbrief richten sollte, wenn niemand in der Lage ist, ihn zu entschlüsseln. Von verschiedenen Seiten wurde daher der Verdacht geäußert, ob entweder Pauls Eltern oder Benjamin Birnbaum im Besitz des betreffenden Codebuchs waren, aber diesbezüglich die Polizei belogen haben, damit die Inhalte des Notizzettels nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Quellen

Das mysteriöse Verschwinden der Leuchtturmwärter der Flannan Isles

Die Flannan Isles sind eine kleine, abgelegene und unbewohnte Inselgruppe im Nordwesten von Schottland. Auf der größten Insel Eilean Mòr, die ebenfalls nicht viel mehr als ein großer Felsen im Ozean ist, ließ das Northern Lighthouse Board zwischen 1895 und 1899 einen Leuchtturm errichten. Zur Nachschubversorgung legte man im Westen und im Osten der Insel jeweils einen Landungssteg an, der mit einem einfachen Kran ausgestattet war, um Versorgungsgüter die 20 bis 30 Meter hohen Klippen hinauf zu befördern. Von dort führten Schienen in die Mitte der Insel, wo sie sich vereinigten und hinauf zum Leuchtturm am höchsten Punkt der Insel im Norden verliefen. Zum Transport stand eine Dampfmaschine zur Verfügung.

Flannan Isles Lighthouse“ – Marc Calhoun – CC-BY-SA

Seit seiner Indienststellung am 7. Dezember 1899 waren stets vier Leuchtturmwärter für Eilean Mòr abgestellt, die jeweils sechs Wochen durchgehend Dienst auf der Insel hatten, gefolgt von zwei Wochen Landurlaub. Somit waren immer drei Leuchtturmwärter auf der Insel, während sich einer an Land erholte. Entsprechend fuhr alle zwei Wochen ein Versorgungsschiff von Breasclete nach Eilean Mòr, um Proviant und Petroleum anzuliefern und die Landgänger auszutauschen. Am 7. Dezember 1900 trat Joseph Moore seinen Landurlaub an, während James Ducat, Thomas Marshall und der krankheitsbedingt eingesprungene Aushilfswärter Donald MacArthur auf der Insel zurückblieben. Moore sollte eigentlich am 20. Dezember wieder zur Insel zurückkehren, doch schlechte Witterung verzögerten die Abfahrt des Versorgungsschiffes Hesperus.

Als man schließlich am Mittag des 26. Dezembers Eilean Mòr am östlichen Landungssteg erreichte, wartete dort nicht wie üblich bereits einer der Leuchtturmwärter auf das Versorgungsschiff. Auch Behältnisse für den Transport der Güter waren nicht bereitgestellt und die Flagge am Leuchtturm nicht gehisst worden. Jim Harvie, der Kapitän der Hesperus, versuchte die Leuchtturmwärter mit der Dampfpfeife des Schiffes und einer Leuchtrakete auf sich aufmerksam zu machen, doch weiterhin ließ sich niemand am Landungssteg blicken. Schließlich setzte Moore mit einem Beiboot über und ging zu Fuß hinauf zum Leuchtturm.

Sowohl das Tor, als auch die Außentüren am Leuchtturm waren geschlossen. Lediglich die Zwischentür zwischen Eingangbereich und Küche stand offen. Die Betten waren leer, aber nicht zurecht gemacht, die Küche war ordentlich aufgeräumt, das Geschirr gespült und in der Feuerstelle befand sich kalte Asche. Die Chronometer des Leuchtturms waren stehengeblieben. Nachdem Moore den Eindruck gewonnen hatte, dass offensichtlich seit mehreren Tagen niemand mehr im Leuchtturm war, kehrte er zur Hesperus zurück und erstattete dem Kapitän Bericht. Dieser ordnete an, dass sein zweiter Offizier und ein weiterer Seemann Moore zum Leuchtturm begleiten sollten, um noch einmal gründlich nachzusehen.

Doch Moores erster Eindruck änderte sich nicht. Man stellte fest, dass die regenfeste Schutzkleidung von zwei Leuchtturmwärtern fehlte, während die von Donald MacArthur noch im Eingangsbereich hing. Im Turm war der Petroleumtank für das Leuchtfeuer randvoll gefüllt und die Linsen waren ordnungsgemäß gereinigt worden. Abermals erstattete man Kapitän Harvie Bericht. Dieser ordnete mit dem allmählichen Einsetzen der Dämmerung an, dass Moore und drei freiwillige Seemänner vorübergehend auf der Insel verbleiben sollten, um den ordnungsgemäßen Betrieb des Leuchtturms wiederaufzunehmen. Er selbst fuhr zurück nach Breasclete und gab seine Erkenntnisse umgehend per Telegramm an das Northern Lighthouse Board weiter. Er schloss mit der Vermutung, die drei Leuchtturmwärter seien die Klippen hinabgestürtzt oder ertrunken.

Am folgenden Tag inspizierten Moore und seine Helfer die übrige Insel. Während ansonsten alles in bester Ordnung erschien, entdeckten Sie, dass der Bereich um den westlichen Landungssteg Schaden genommen hatte. Ein schätzungsweise eine Tonne schwerer Stein hatte sich von weiter oberhalb gelöst und war auf die dortigen Schienen und das Eisengeländer der Krananlage gefallen, sodass diese sich stark verbogen hatten. Außerdem fehlte ein Rettungsring, der offensichtlich von seinem Halteseil abgerissen worden war.

Ab dem 29. Dezember übernahm ein Inspektor des Nothern Lighthouse Board namens Robert Muirhead die weiteren Ermittlungen. Es stellte sich heraus, dass bereits seit dem 18. Dezember Meldungen vorlagen, dass der Leuchtturm auf Eilean Mòr trotz schlechter Witterung und Dunkelheit nicht in Betrieb gewesen sei, was erstmals in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember gesichtet worden war. Die Meldungen waren aber aus Nachlässigkeit nicht an die entscheidenen Stellen vorgedrungen. Weiterhin konnte das Logbuch im Leuchtturm sichergestellt werden, dessen letzter Eintrag vom 15. Dezember stammte. Da das Tagesgeschäft der Leuchtturmwärter an diesem Tag bereits erledigt, der Leuchtturm aber noch nicht in Betrieb genommen war, schlussfolgerte Muirhead, dass die Männer am Nachmittag des 15. Dezember verschwanden. Zu den Umständen Ihres Verschwindens gab Muirhead nur die Aussage von Kapitän Harvie wieder, dass die Männer vielleicht die Klippen herabgestürtzt waren oder ertranken, ohne dies weiter zu kommentieren oder zu beurteilen.

Ohne abschließende Aufklärung des Vorfalls begannen sich in den nächsten Jahrzehnten diverse Legenden um den Verbleib der drei Leuchtturmwärter zu verbreiten. Mit dazu bei trugen auch verfälschte und gefälschte Informationen. So war der westliche Landungssteg mal völlig unversehrt, in anderen Erzählungen wiederum komplett zerstört. Es wurde fälschlich berichtet, Moore hätte den Leuchtturm bei seiner Ankunft völlig chaotisch vorgefunden: halb aufgegessene Mahlzeiten, dreckiges Geschirr, umgeworfene Stühle. Und schließlich gab es vermutlich in den 1960er Jahren die Veröffentlichung von vermeintlichen Logbucheinträgen, die in verstörender Weise berichten, wie die Leuchtturmwärter während eines Sturms geweint und gebetet hätten, dann einen Tag auslassen und schließlich damit abschließen, dass der Sturm vorüber sei. Schon in den 1960er Jahren dürfte das Logbuch aber längst verschollen gewesen sein und es ist aus den damaligen Aufzeichnungen von Muirhead nicht zu schließen, dass im Logbuch etwas anderes als die üblichen Wetterbeobachtungen stand.

Quellen:

Morgens vor der Arbeit mal eben etwas ausdrucken

Ich: *startet Druckauftrag mit 4 Seiten*
Drucker: *durchläuft sein Aufwärmprogramm*
Ich: *macht sich weiter fertig*
Drucker: *druckt erste Seite*
Ich: *macht sich weiter fertig*

Drucker: Hallo? Haaaalloooo? Ah, da bist du ja. Also du erinnerst dich doch bestimmt noch, als ich dich davor gewarnt habe, dass Cyan bald alle ist? Nun, jetzt ist es so weit. Cyan ist komplett leer. Da kann ich keine einzige weitere Seite mehr mit drucken.
Ich: Keine Angst, ich hab doch schon längst eine neue Patrone gekauft. *öffnet Drucker und ersetzt den Tintentank*
Drucker: Ah gut. So ist’s schon viel besser. Danke!
Ich: *macht sich weiter fertig*

Drucker: Hallo? Haaaalloooo? Ah, da bist du ja wieder. Bevor ich weiter drucke, nur kurz der Hinweis: mir ist jetzt aufgefallen, dass Gelb auch bald leer ist. Ich mein’, ich kann damit jetzt noch weiter drucken, aber ich finde, das solltest du wissen. Drücke auf die Fortsetzen-Taste, wenn du das verstanden hast.
Ich: *drückt Fortsetzen-Taste*
Drucker: Ah gut. Dann drucke ich jetzt mal weiter.
Ich: *macht sich weiter fertig*

Drucker: Hallo? Haaaalloooo? Ah, endlich. Du, ist mir jetzt ein wenig peinlich, aber jetzt ist mir doch gerade aufgefallen, dass im Papierfach kein einziges Blatt Papier mehr liegt. Leg doch bitte noch was nach.
Ich: *füllt Druckerpapier nach*
Drucker: … … … … …
Ich: Hallo? Lebst du noch?
Drucker: … … … … …
Ich: *drückt wild auf allen Tasten rum, geht zum Computer*

Computer: Du, der Drucker sagt nix mehr.
Ich: Ach, sach an. Was ist denn das Problem?
Computer: Der Drucker sagt nix mehr.
Ich: Ja, das hatten wir schon. Dann lösch’ das Dokument und wir drucken es einfach noch mal.
Computer: Ich kann das aber nicht löschen.
Ich: Warum?
Computer: Der Drucker sagt nix mehr.
Ich: Ja, kommt mir bekannt vor. Irgendwelche Ideen?
Computer: Der Drucker sagt nix mehr.
Ich: Klar. Kannst du noch was anderes sagen?
Computer: Der Drucker sagt nix mehr.
Ich: *beendet den Drucker-Dienst* *startet den Drucker-Dienst neu*

Computer: Hey, cool. Wie geht’s? Schöner Tag heute. Ach sieh an, da ist noch ein unerledigter Druckauftrag, den schicke ich mal flix zum Drucker. Ach nein, ich sehe gerade, dass jemand den löschen wollte. *löscht Druckauftrag*
Ich: Nein, den wollte ich doch … ach egal. *sendet Druckauftrag erneut, nur Seite 2 bis 4*
Computer: Alles klar. Drucker, es gibt was zu tun.

Drucker: Cool, ich bin zu allem bereit. *beginnt zu drucken*
Ich: *macht sich weiter fertig*
Drucker: *druckt erste Seite (erneut)* Hallo? Haaaalloooo? Ah, da bist du ja. Also ich hab’ jetzt schon mal eine Seite gedruckt, aber nur mal so kurz zur Info: Gelb ist bald alle. Reicht jetzt noch für die übrigen Seiten, aber ich finde, du solltest das wissen. Wenn du das verstanden hast, bestätige das doch kurz mit der Fortsetzen-Taste.
Ich: Warum hast du schon wieder die erste Seite gedruckt?
Computer und Drucker pfeifen unschuldig. Drucker druckt verlegen die übrigen 3 Seiten.


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Dieser verstörende Moment, wenn du am Valentinstag von deinem Informatikkurs drei rote Rosen geschenkt bekommst …

… und keine passende Vase dafür besitzt.