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Alle Beiträge der Kategorie: Aus dem Leben

Stell schon mal das Bier kalt …

„Ey Detlef, denkste noch dran, die neuen Trojaner rauszuschicken. Wir brauchen wieder neue Bots im Umlauf.“
„Och nö, Dieter. Haste mal rausgeguckt? Voll geiles Biergartenwetter. Meinste da will ich in der stickigen Bude hängen und Mails verschicken?“
„Nix da, bevor das nicht erledigt ist, gibts auch kein Bier für dich. Und hau rein, ich will heute auch noch mal nach Hause und mich innen Pool hauen.“

* * *

Ich habe gerade eine wichtige Mail bekommen – von eBay, jaja. Genau genommen gleich drei auf einmal, schließlich ist das auch eine wirklich wichtige Angelegenheit. Jemand hat nämlich anscheinend meine Mailadresse geändert, wie man mir darin erklärt …

Hallo sehr geehrter Ebay Mitglied,

Vielen Dank für Ihren Antrag auf Änderung Ihrer E-Mail-Adresse. Anleitungen zur Durchführung der Änderung wurden an Ihre neue E-Mail-Adresse gesendet.

Hoppala, nein das war ich nicht – das will ich nicht. Ruhig bleiben, Thorsten, keine Panik. Erst mal aufmerksam weiterlesen. Aha, und schon erklärt man mir in fetten Lettern, wie ich die Änderung rückgängig machen kann …

Falls die Email Adressen nicht von Ihnen geändert wurde dann führen Sie sofort Schritte aus die in dem beigelegtem Dokument beschrieben sind!

Und ein paar Füllsätze später, weist man nochmal deutlich darauf hin …

Wenn Sie glauben, dass eine nicht autorisierte Person Ihre E-Mail-Adresse geändert hat dann führen Sie sofort Schritte aus die in dem beigelegtem Dokument beschrieben sind!

Natürlich wollte ich augenblicklich das angehängte Dokument geöffnet, um mich über die Schritte zum Zurückstellen der Mailadresse zu informieren. Doch was war das?

* * *

Derweil haben es sich Detlef und Dieter am Pool gemütlich gemacht. Detlef schlürft genüsslich sein Bier, während Dieter zum zweiten Mal an diesem Abend sein Bargeld durchzählt. Sie ahnen noch nicht, dass ihr Mailer diese Nacht mehrere Millionen völlig nutzloser Trojanermails versendet. Detlef hat in der Eile leider vergessen, den Trojaner der Mail anzuhängen. Das wird Dieter nicht gefallen …

trojaner.png

Heiß …

Gestern war’s in hier im Westen Deutschlands so heiß, dass mein Gehirn wohl einen laichten Scharden abbekommen hatte. Als es dann abends etwas abkühlte, kam ich auf die geniale Idee eine Buffy-Folge von DVD zu gucken und dabei ein Knoblauchbaguette zu essen – ja, ich bin mir der Ironie durchaus bewusst. Wie dem auch sei, die Zubereitung eines vorgefertigten Knoblauchbaguttes sollte man auch noch mit Gehirnschaden einigermaßen auf die Reihe bekommen – Verpackung aufschneiden, Baguette aus Verpackung extrahieren, selbiges in den Ofen legen und anschalten. Die Backzeit sollte laut Verpackung 15 Minuten betragen, eine Buffy-Folge – wie wohl die meisten anderen Serienfolgen auch – knapp 45 Minuten. Also direkt die DVD eingelegt und angefangen zu schauen; zum Knabbern bleiben ja noch ganze 30 Minuten …

Nach 15 Minuten dann ein Blick in den Ofen: das Baguette käsebleich. Was war passiert? So einfach, wie ich oben die Zubereitung eines Fertigbaguettes beschrieb, ist es nun leider doch nicht: Man muss auch noch eine Temperatur am Herd einstellen! So wurde das Baguette also bisher lediglich 15 Minuten lang gut durchgelüftet. Kein unkorrigierbarer Fehler – also Temperatur auswählen, rüber und wieder auf „Play“ gedrückt.

15 Minuten und ein paar Vampire später wieder rüber in die Küche und ein Blick in den Ofen: das Baguette käsebleich – wieder. Was war passiert? Ich hatte den Funktionsschalter versehentlich ein wenig über das Heißluftsymbol hinausgedreht gehabt, sodass er wohl die dahinter folgende Funktion gewählt hat: Auftaumodus – das heißt nur lüften, ohne Heizung. Naja, auch das lässt sich korrigieren und mal ehrlich: ein so gut durchgelüftetes Baguette – das muss ja einfach schmecken.

Nach weiteren 15 Minuten war mein Baguette dann endlich kunsprig braun und fertig. Liebhaber der Elementarmathematik mögen sich nun noch ausmalen, was auch „fertig“ war.

Zwielichtig …

Eigenwillige Abendstimmung

Eine sehr ungewöhnliche Abendstimmung, die gerade hier vor meinem Fenster aufzog. Nahezu der gesamte Himmel war mit nachtschwarzen Wolken verhangen; folglich war auch die Szenerie am Boden in Dunkel gehüllt. Und dann war da ein schmales Band am Horizont, in dem der Himmel fast taghell erschien. Ich hoffe, das Photo gibt die Stimmung wenigstens halbwegs wieder; evtl. die Helligkeit des Monitors etwas herunterdrehen, bis die Wolken oben tiefschwarz erscheinen, dann sollte es ungefähr hinkommen. Dass das Bild etwas verschwommen ist, rührt daher, dass ich mein Stativ im Auto liegen hatte, 5 Stockwerke tiefer und weitere 100 m entfernt.

Erleuchtung gesucht …

Die Geschichte ist schon etwas länger her, aber immer wieder amüsant. Es trug sich zu, dass ich zwei Freistunden an der Uni hatte, und da ich sonst nichts zu erledigen hatte, beschloss ich in den nahegelegenden Baumarkt zu fahren, um ein paar Sachen zu besorgen. Ich suchte gerade nach ein paar speziellen Schrauben, als eine ältere Dame, im Schlepptau mit einer jüngeren Bekannten oder vielleicht auch ihrer Tochter – man weiß es nicht -, auf mich zukam.

„Junger Mann, können Sie mir sagen, wo ich hier die Lampen finde?“ Da ich nicht das erste Mal in dem Baumarkt war und ja immer gerne weiterhelfe, habe ich ihr also freundlich den Weg gewiesen: „Da müssen Sie zunächst mal auf den Hauptgang zurück, den dann weiter runtergehen und dann finden Sie die Lampenabteilung auf der rechten Seite.“

„Ahja. – Wären Sie vielleicht so freundlich und könnten mich dahinführen? Ich verlauf mich doch bestimmt auf dem Weg dahin.“ Mal abgesehen von dem Zwiespalt, ob ich für sie tatsächlich den Führer spielen wollte, drängte die Zeit auch langsam. „Tut mir leid, aber ich hab leider keine Zeit. Ich muss allmählich zurück zur Uni fahren.“ – „Ja, aber ich brauche eine“ … wirft mir irgendeine Modellbezeichnung entgegen, eventuell eine Leuchtstoffröhre oder ähnliches … „und ich hab doch von sowas keine Ahnung.“ – „Naja, ich genauso wenig. Aber in der Lampenabteilung finden Sie bestimmt irgendwo einen Mitarbeiter von diesem Baumarkt, der Ihnen da weiterhelfen kann.“

Derweil hatte ich endlich die passenden Schrauben gefunden. „So, ich muss dann weiter …“ Die alte Dame warf mir einen verachtenen Blick entgegen, drehte sich um und ging mit ihrer Bekannten ab, während ich in die andere Richtung weiterlief. Noch im Hörradius meinte sie dann zu ihrer Bekannten in lautstarkem, leicht erzürntem Tonfall: „In diesen Baumarkt gehen wir nie wieder. Nie findet man hier einen Mitarbeiter, der einem weiterhilft“ und noch ein paar kaum verständlich Sprüche ala ‚was ist aus dieser Welt nur geworden‘.

Sackgasse …

Gestern wars in Deutschland etwas windig; ja man könnte sogar fast sagen stürmisch. Darunter mussten vor allem die leiden, die sich gestern nicht mehr vor die Haustür gewagt haben. Die durften sich nämlich stundenlang tollkühne Reporter ansehen, die sich im Angesicht des Todes wagemutig gegen den Wind stemmten, die vom Regen durchweicht und mit dem Mikrophon in der Hand die brandaktuellsten Informationen zum Orkan gegen den Wind brüllten. Und das alles, um dem Zuschauer das dramatische Gefühl zu vermitteln, hautnah dabei gewesen zu sein, näher als wäre man vor die Tür gegangen.

Ich war jedenfalls einer dieser Warmduscher, die irgendwann den Fernseher ausgemacht haben und zur Uni gefahren sind. Während die Hinfahrt noch relativ ruhig verlief, stand die Welt auf der Rückfahrt auf dem Kopf. Ich musste in Essen noch tanken und als ich grad durch die Glaselementtür des Kassenhäuschens schritt, fing diese plötzlich automatisch an, seltsame Schließbewegungen durchzuführen, um dann mitten im Programm abzubrechen und alle Glaselemente unsortiert im Raum stehen zu lassen. Auf der A40 gabs dann Stau, weil ein Baum die gesamte Fahrbahn blockierte. Eigentlich nicht im meiner Fahrtrichtung, aber man muss ja schließlich als besorgter Bürger, der immer hautnah bei allem dabei sein will, an der betreffenen Stelle möglichst langsam fahren, um sich einen Überblick über die Lage verschaffen zu können.

Derweil war der Strom im kompletten Duisburger Süden ausgefallen, was ich aber nur noch an den ausgefallenen Ampeln bemerkte. Auf der Hauptstraße in unserem Vorort hatte sich währenddessen eine kleine Seenlandschaft gebildet und man arrangierte sich nur noch die mittlere der drei Spuren zu befahren, sofern man noch keinen Amphibienumrüstsatz für sein Auto erworben hatte. Als ich näher auf die Kreuzung zukam, die dann in die Straße, in der ich wohne, abzweigt, bemerkte ich, dass sich davor zahlreiche Autos stapelten und diverse Menschen in der Gegend herumstanden. Merkwürdiger Zeitpunkt für ne Party, dachte ich mir noch und durfte sodann den Grund für die unfreiwillige Versammlung sehen. Ein Baum hatte sich einmal quer über unsere Straße gelegt. Das ist in sofern etwas ungünstig, als dass ich in einer Sackgasse wohne. Besser gesagt ganz am Ende dieser Sackgasse.

Entwurzelter Baum hinter unserem Haus

Die Parkbuchten vornean hab ich dann jedoch lieber gemieden, da man dort passend zur Jahreszeit gerade das Dach neu eindeckte und sich schon zahlreiche Dachziegeln und Teerpappenstreifen davor auftrümten. Also hieß es dann einen halben Kilometer durch die windige Nacht zurück zu meinem Haus laufen. Alles im allen ist hier aber eigentlich nichts ernsthaftes passiert. Der Baum am Anfang der Straße wäre im Osten auf einen Parkplatz gekracht, im Norden auf eine Reihe Garagen und im Westen auf die Ampelanlage. So hat er im Süden nur die Straße blockiert. Und auch der Baum hinter unserem Haus, ist brav parallel zu unserem Haus umgefallen.