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Erleuchtung gesucht …

Die Geschichte ist schon etwas länger her, aber immer wieder amüsant. Es trug sich zu, dass ich zwei Freistunden an der Uni hatte, und da ich sonst nichts zu erledigen hatte, beschloss ich in den nahegelegenden Baumarkt zu fahren, um ein paar Sachen zu besorgen. Ich suchte gerade nach ein paar speziellen Schrauben, als eine ältere Dame, im Schlepptau mit einer jüngeren Bekannten oder vielleicht auch ihrer Tochter – man weiß es nicht -, auf mich zukam.

„Junger Mann, können Sie mir sagen, wo ich hier die Lampen finde?“ Da ich nicht das erste Mal in dem Baumarkt war und ja immer gerne weiterhelfe, habe ich ihr also freundlich den Weg gewiesen: „Da müssen Sie zunächst mal auf den Hauptgang zurück, den dann weiter runtergehen und dann finden Sie die Lampenabteilung auf der rechten Seite.“

„Ahja. – Wären Sie vielleicht so freundlich und könnten mich dahinführen? Ich verlauf mich doch bestimmt auf dem Weg dahin.“ Mal abgesehen von dem Zwiespalt, ob ich für sie tatsächlich den Führer spielen wollte, drängte die Zeit auch langsam. „Tut mir leid, aber ich hab leider keine Zeit. Ich muss allmählich zurück zur Uni fahren.“ – „Ja, aber ich brauche eine“ … wirft mir irgendeine Modellbezeichnung entgegen, eventuell eine Leuchtstoffröhre oder ähnliches … „und ich hab doch von sowas keine Ahnung.“ – „Naja, ich genauso wenig. Aber in der Lampenabteilung finden Sie bestimmt irgendwo einen Mitarbeiter von diesem Baumarkt, der Ihnen da weiterhelfen kann.“

Derweil hatte ich endlich die passenden Schrauben gefunden. „So, ich muss dann weiter …“ Die alte Dame warf mir einen verachtenen Blick entgegen, drehte sich um und ging mit ihrer Bekannten ab, während ich in die andere Richtung weiterlief. Noch im Hörradius meinte sie dann zu ihrer Bekannten in lautstarkem, leicht erzürntem Tonfall: „In diesen Baumarkt gehen wir nie wieder. Nie findet man hier einen Mitarbeiter, der einem weiterhilft“ und noch ein paar kaum verständlich Sprüche ala ‚was ist aus dieser Welt nur geworden‘.

Angespielt: Penumbra (TechDemo)

Genre: Horror-Adventure
Lizenz: Freeware
Sprache: Sprachausgabe Englisch, Untertitel und Spielbeschreibung Deutsch

Die Gänge der alten Bunkeranlage in Penumbra

Die Gänge der alten Bunkeranlage in Penumbra

Handlung: In Penumbra schlüpft man in die Rolle eines nicht näher charakterisierten, jungen Mannes, der kurz nach dem Tod seiner Mutter einen Brief seines Vaters findet, den er nie kennengelernt hatte, da er bereits vor seiner Geburt seine Mutter verließ. In dem Brief erfährt er, dass es den Vater nach Grönland verschlagen hat und unser Protagonist macht sich schließlich auf die Suche nach ihm. In Grönland angelangt, gerät er in einen Schneesturm, der ihn in eine alte Bunkeranlage flüchten lässt. Hier startet dann das eigentliche Spiel.

Spielbeschreibung: Penumbra ist ein 3D-Spiel, welches sich wie ein Ego-Shooter steuern lässt. Sobald man mit einem Gegenstand interagieren kann, erscheint ein Handsymbol, mit Myst-vergleichbarer Funktionalität. Kleinere Gegenstände lassen sich in ein Inventar aufnehmen, wie man es aus anderen Adventuren gewohnt ist, größere Gegenstände lassen sich bewegen. Wie in den Myst-Spielen hat man kein klar definiertes Ziel vor Augen, sondern erforscht einfach seine Umgebung. Durch das Lösen von Rätseln gelangt man in weitere Bereiche der Bunkeranlage. Die Rätsel bestehen hauptsächlich aus dem Auffinden, Benutzen und Kombinieren von Gegenständen, wie man es von klassischen Adventuren gewohnt ist, allerdings gibt es auch myst-ähnliche Momente, in denen man die Funktionsweise von Maschinen ergründen muss, auch wenn hier häufig die Beschreibungstexte schon vieles vorwegnehmen.

Kritik: Das Spiel versteht es mit ausgezeichneter Musik und einer gut abgestimmten Geräuschkulisse, eine wirklich düstere Atmosphäre zu schaffen. Die Grafik ist gelungen und zeichnet sich durch besonders gute Licht- und Nebeleffekte aus, ist aber wenig abwechslungsreich. Zumindest auf meinen System kam es nach bestimmten Effekten zu dauerhaft starken Rucklern, die ein Weiterspielen kaum möglich machten. Ein Neuladen des letzten Spielstands behob das Problem. Die Handlung ist flach und wird während des Spiels nicht weiter vorangebracht; die Sprachausgabe während des Intros wirkt nur semiprofessionell. Die Lokalisation (von Freiwilligen beigetragen) ist ok, enthält aber einige unnötige Rechtschreibfehler. Die Rätsel sind nicht übermäßig komplex. Die Interaktion mit Objekten ist dank der guten Physikengine sehr ausgreift und kommt auch fast überall zum Einsatz. An zwei Stellen im Spiel trachtet einem ein fliegendes Monster nach dem Leben, welches man daher mit den verfügbaren Mitteln töten muss. Ein Element, auf das man meiner Meinung nach gut hätte verzichten können, ohne etwas von der Spielidee aufgeben zu müssen.

Fazit: Penumbra wurde zu Demonstrationszwecken der verwendeten Grafik- und Physikengine entwickelt. Beides kann überzeugen, auch wenn es noch kleinere Bugs gibt. Auch die gelungene Atmosphäre trägt dazu bei, dass man sich das Spiel auf jeden Fall mal ansehen sollte. Von Handlung und Rätseln sollte man jedoch als Myst-Spieler nicht allzuviel erwarten.

Download: frictionalgames.com/site/?q=penumbra
Komplettlösung: games.au-ja.de/review-penumbra-loesung-1.phtml

Wer ist Thorsten? …

Ich bin wahrlich noch immer nicht ausgewachsen und viele halten mich selbst jetzt noch für einen arrangierten Mann, aber ich bin die fleischgewordene Hoffnung meiner Mutter. Ich bin seit Ewigkeiten mit meiner Freundin Sabrina zusammen. Sie trägt immer so ein herrliches Parfum. Oh ja, ich bin völlig im Bann dieses Parfums. Nebenbei verdiene ich als Administrator bei einem größeren Anbieter, bin allerdings bei diesem fast fertig mit meiner Arbeit, obwohl einige meiner Kollegen behaupten, dass ich auch danach noch bestimmt weiter daran am arbeiten wäre.

Die meisten sehen mich als fröhlichen Zeitgenossen. Vor allem seit 2005 stürze ich mich in die Partyszene und werde dort schon als Senkrechtstarter gefeirt. Wenn es eine irgendwo eine Party gibt, bin ich es, den Sie suchen. Ja, ich bin eine wirklich coole Sau. Mittlerweile nennen mich viele schon die netteste „Barschlampe“ von ganz Bremen. Der viele Tabakkonsum während der Feiern hat nun allerdings ein Opfer gefordert. Heute nachmittag wurde ich in die Lungenfachklink Heckeshorn am Wannsee verlegt.

Ja, das oder so ähnlich ist meine Lebensgeschichte – jedenfalls wenn es nach Google ginge. Mit Dank an den Dramaking für diese nette Idee.

Thorsten ist noch immer nicht ausgewachsen.
Thorsten ist ein sehr arrangierter Mann.
Thorsten ist bestimmt noch dran am arbeiten.
Thorsten ist die netteste „Barschlampe“ von ganz Bremen.
Thorsten ist Administrator.
Thorsten ist die fleischgewordene Hoffnung meiner Mutter.
Thorsten ist den Sie gesucht haben.
Thorsten ist völlig im Bann dieses Parfums.
Thorsten ist heute nachmittag in die Lungenfachklink Heckeshorn am Wannsee verlegt worden.
Thorsten ist derweil beim ersten Anbieter fast fertig.
Thorsten ist ein fröhlicher Zeitgenosse.
Thorsten ist schon ewig mit seiner Freundin Sabrina zusammen.
Thorsten ist seit 2005 Senkrechtstarter in der Partyszene.
Thorsten ist ne coole Sau.

Sackgasse …

Gestern wars in Deutschland etwas windig; ja man könnte sogar fast sagen stürmisch. Darunter mussten vor allem die leiden, die sich gestern nicht mehr vor die Haustür gewagt haben. Die durften sich nämlich stundenlang tollkühne Reporter ansehen, die sich im Angesicht des Todes wagemutig gegen den Wind stemmten, die vom Regen durchweicht und mit dem Mikrophon in der Hand die brandaktuellsten Informationen zum Orkan gegen den Wind brüllten. Und das alles, um dem Zuschauer das dramatische Gefühl zu vermitteln, hautnah dabei gewesen zu sein, näher als wäre man vor die Tür gegangen.

Ich war jedenfalls einer dieser Warmduscher, die irgendwann den Fernseher ausgemacht haben und zur Uni gefahren sind. Während die Hinfahrt noch relativ ruhig verlief, stand die Welt auf der Rückfahrt auf dem Kopf. Ich musste in Essen noch tanken und als ich grad durch die Glaselementtür des Kassenhäuschens schritt, fing diese plötzlich automatisch an, seltsame Schließbewegungen durchzuführen, um dann mitten im Programm abzubrechen und alle Glaselemente unsortiert im Raum stehen zu lassen. Auf der A40 gabs dann Stau, weil ein Baum die gesamte Fahrbahn blockierte. Eigentlich nicht im meiner Fahrtrichtung, aber man muss ja schließlich als besorgter Bürger, der immer hautnah bei allem dabei sein will, an der betreffenen Stelle möglichst langsam fahren, um sich einen Überblick über die Lage verschaffen zu können.

Derweil war der Strom im kompletten Duisburger Süden ausgefallen, was ich aber nur noch an den ausgefallenen Ampeln bemerkte. Auf der Hauptstraße in unserem Vorort hatte sich währenddessen eine kleine Seenlandschaft gebildet und man arrangierte sich nur noch die mittlere der drei Spuren zu befahren, sofern man noch keinen Amphibienumrüstsatz für sein Auto erworben hatte. Als ich näher auf die Kreuzung zukam, die dann in die Straße, in der ich wohne, abzweigt, bemerkte ich, dass sich davor zahlreiche Autos stapelten und diverse Menschen in der Gegend herumstanden. Merkwürdiger Zeitpunkt für ne Party, dachte ich mir noch und durfte sodann den Grund für die unfreiwillige Versammlung sehen. Ein Baum hatte sich einmal quer über unsere Straße gelegt. Das ist in sofern etwas ungünstig, als dass ich in einer Sackgasse wohne. Besser gesagt ganz am Ende dieser Sackgasse.

Entwurzelter Baum hinter unserem Haus

Die Parkbuchten vornean hab ich dann jedoch lieber gemieden, da man dort passend zur Jahreszeit gerade das Dach neu eindeckte und sich schon zahlreiche Dachziegeln und Teerpappenstreifen davor auftrümten. Also hieß es dann einen halben Kilometer durch die windige Nacht zurück zu meinem Haus laufen. Alles im allen ist hier aber eigentlich nichts ernsthaftes passiert. Der Baum am Anfang der Straße wäre im Osten auf einen Parkplatz gekracht, im Norden auf eine Reihe Garagen und im Westen auf die Ampelanlage. So hat er im Süden nur die Straße blockiert. Und auch der Baum hinter unserem Haus, ist brav parallel zu unserem Haus umgefallen.