Bittersüß …

Wie gelähmt hielten Susi, Menolly und die anderen fünf Uru-Live-Spieler den Atem an, als kürzlich die Nachricht kam, dass nun auch Gametap begriffen hat, dass Uru Live ein wirtschaftlicher Flop ist. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass es ein kleiner Haufen engagierter Entwickler bei Cyan und eine kleine, treue Fangemeinde, wie sie kaum ein anderes Computerspiel hat, geschafft haben, ein schon von Ubisoft als wirtschaftlichen Totalschaden abgeschriebenes Spiel ohne größere Konzeptänderungen über ein Jahr lang Gametap als Goldgrube zu verkaufen.

Diese Zeilen mögen jetzt für das treue Uru-Herz extrem negativ klingen, doch sie bestätigen eben nur, dass Uru Live wohl nicht wirtschaftlich genug für einen Publisher ist, der mit dem neuen Egoshooter das doppelte verdienen kann. Sie zeigen aber ebenso, dass auch heute noch ein Spiel von 1992 Menschen in einen Bann ziehen kann, der sie kaum mehr loslässt. Von daher wäre es nur wünschenswert, wenn Cyan das Uru-Projekt als kommerziellen Erfolg abschreiben und außerhalb des kommerziellen Rahmens fortführen würde. Wenn man mal vom wirtschaftlichen Aspekt absieht, würde ich nämlich Untìl Uru bzgl. Teilnehmerzahl, Fanaktivitäten und Dauer als den erfolgreichsten Online-Teil bezeichnen.

Ich hoffe, dass Cyan wieder ein neues wirtschaftliches Feld für sich entdecken kann; und mit dem überraschenden Erscheinen eines neuen Cosmic Osmo Teils und der Einrichtung einer Spieletester-Abteilung sieht es so aus, als wären sie auf dem richtigen Weg.

2008-02-07 14:24 | Thorsten Rotering | 4 Kommentare

Interpretationssache …

Bei Ehrensenf wurde gestern auf einen Beitrag bei Neatorama verwiesen, der ein interessantes Spiel beschreibt: Man generiere sich einen zufälligen Band-Namen, einen zufälligen Albumtitel und wähle ein zufälliges Bild. Aus diesem drei Komponenten baue man sich ein CD-Cover. Ich denke, ich brauche nicht zu sagen, dass dabei natürlich ziemlicher Schwachsinn herauskommt. Aber gerade das macht ja den Reiz aus. Neatorama listet übrigens genaue Regeln, wie die zufälligen Komponenten ermitteln werden sollen.

Bei meinem Versuch bin ich etwas von der dritten Regel abgewichen, da das dritte Bild auf der Seite urheberrechtlich geschützt war. Ich habe daher das erste Bild genommen, welches frei verwendbar war. So, nun will ich euch nicht weiter auf die Folter spannen. Hier das neue Hitalbum, was ihr ab morgen in jedem gut sortiertem CD-Laden finden solltet …

cover.jpg

Originalbild: Kárin Ivonne Shurirur, 2008

2008-01-17 11:18 | Thorsten Rotering | 2 Kommentare

Duisburg …

Da ich letztes Jahr nicht Video an Video reihen wollte, ist noch ein bisschen was übrig geblieben. So auch die wunderschöne, neue Duisburg-„Hymne“ von der Gruppe Bandbreite, die mit folgenden Zeilen eingeleitet wird:

Manche Leute behaupten ja, Duisburg wär nur hässlich, grau und langweilig. Und den Leuten möchte ich eins mit auf den Wegen geben: Ihr habt vollkommen recht.

Das ganz Video könnt ihr euch hier ansehen …

2008-01-15 14:52 | Thorsten Rotering | Keine Kommentare

Drahtseilakt …

Stellt euch mal vor, der Zirkus wäre bei euch in der Stadt zu Gast. (Allen 14-jährigen empfehle ich an dieser Stelle erstmal schnell nachzulesen, was ein Zirkus ist.) Nun werden vermutlich einige in der Nachbarschaft mitbekommen, dass da eines Tages ein großes Zelt aufgebaut wird, aber das wird wohl nicht ausreichen, um eben dieses auch für sämtliche Veranstaltungen voll zu bekommen.

Daher kommt der Zirkusdirektor auf die Idee Flugblätter drucken zu lassen. Mehr als 2000 sind allerdings nicht drin, Zirkussen geht es in diesen Tagen (aufgrund der vielen 14-jährigen) ja nicht mehr so rosig. Aber ihr findet so einen Zirkus natürlich super und wollt mithelfen. Also geht ihr zum Zirkusdirektor und fragt, ob er euch nicht solch ein Flugblatt zur Verfügung stellen könnte, damit ihr es auf eigene Kosten kopieren und unter die Leute verteilen könnt.

Was meint ihr, wird dieser Zirkusdirektor euch wohl zur Antwort geben?
a) „Das finde ich eine tolle Idee. Das kann ja uns nur nützlich sein, mehr Zuschauer zu bekommen.“
b) „Ja, kein Problem. Aber notiere dir bitte, wieviel Flugblätter du verteilt hast, damit du uns abschließend für jedes verteilte Flugblatt 10 Cent auf unser Konto überweisen kannst; denn wir haben ja schließlich die Urheberrechte darauf.“

Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert, aber ich tendiere dazu, dass ich von keinem Zirkusdirektor Antwortmöglichkeit b zu hören bekommen würde. Anders sieht das seit Jahresanfang bei der modernen Form des Zirkus aus, dem privaten Fernsehen. (Allen 84-jährigen empfehle ich an dieser Stelle erstmal schnell nachzulesen, was Fernsehen ist.) Die RTL-Gruppe und die ProSiebenSat.1-Gruppe (die zusammen den Großteil der privaten Free-TV-Sender in Deutschland abdecken), sind nämlich auf die Idee gekommen, wie man noch mehr Zuschauer loswerden könnte … äh … noch mehr Geld aus irgendwas rausquetschen kann … äh … die Unternehmensgewinne optimieren kann … naja, vielleicht fällt einem ja noch eine positive Formulierung ein. Jedenfalls lassen die es sich nun unter dem Dachverband der VG Media bezahlen, wenn irgendwer auf die Idee kommt, die Programmdaten (also um wieviel Uhr welche Sendung bei ihnen läuft) auf irgendeine Weise elektronisch zu verbreiten.

(Achtung, der folgende Satz kann aufgrund der Länge und Komplexität sowohl bei 14- als auch 84-jährigen starke Gesundheitsrisiken bergen …) Also ich für meinen Teil halte das natürlich sinnvoll, wenn man sich die Programmdaten, die man herausgibt, damit möglichst viele Menschen davon erfahren, wann ihre Lieblingssendung läuft und sie einschalten, was für einen werbefinanzierten Fernsehsender in Form von hochen Einschaltquoten wichtig ist, nun endlich bezahlen lässt, und dass Zirkusdirektoren diese Marktlücke bisher einfach verschlafen haben. Wer da anderer Meinung ist, kann sich gerne noch bis Ende Januar der Petition von TV-Browser, einem Anbieter eines kostenlosen Open-Source-EPGs, anschließen.

Weitere Informationen findet ihr hier:
Tarifbedingungen (PDF) der VG Media
Privatsender kassieren EPG-Anbieter ab“ bei DWDL.de
Open-Source-Projekt nimmt 16 Sender aus seinem »TV-Browser«“ bei Heise Online

2008-01-11 11:59 | Thorsten Rotering | 1 Kommentar

Passt …

Die Flügelspannweite einer Boeing 737-700 beträgt 34,30 m. Das werden die meisten jetzt vermutlich nicht auswendig gewusst haben. Wie nachfolgendes Video eindrucksvoll zeigt, scheint das aber auch nicht die zu interessieren, die es eigentlich wissen sollten …

2007-12-29 20:06 | Thorsten Rotering | Keine Kommentare

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